
Die Reihenfolge ist nach dem Alphabet – keine „Hitliste“!
Chemische Verhütungsmittel
Zäpfchen, Gels oder Schaum, die Spermien befruchtungsunfähig machen, sind rezeptfrei in Apotheken und Drogerien erhältlich. Sie müssen vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Sie beginnen nach etwa 10 bis 20 Minuten zu wirken und schützen ungefähr eine Stunde. Manche Mittel enthalten Fette oder Öle, die Kondome und Diaphragmen undicht machen können. Unsicher, als alleiniges Verhütungsmittel nicht geeignet.
Diaphragma
Ein Diaphragma ist eine Gummikappe, die den Muttermund bedeckt und die Spermien daran hindert, in die Gebärmutter und Eileiter zu gelangen. Es wird mit einem Gel bestrichen, das die Spermien befruchtungsunfähig macht, und vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Dort muss es anschließend mindestens acht Stunden bleiben, damit nicht doch Samenzellen in die Eileiter gelangen können. Die Beratungsstellen von pro familia und auch viele FrauenärztInnen passen Diaphragmen an und erklären die Handhabung.Bei sorgfältiger Anwendung sicher, geringe hormonelle Belastung; weniger gut für Spontan-Sex geeignet.
Dreimonatsspritze
Ein Verhütungsmittel, das vom Frauenarzt / von der Frauenärztin in den Oberarm- oder Gesäßmuskel injiziert wird. Ähnlich wie bei der Pille greifen die in der Spritze enthaltenen Hormone in den körpereigenen Hormonhaushalt und damit in den Zyklus ein. Sehr sicher, aber relativ hohe Hormonbelastung. Häufige Blutungsstörungen während der ersten Wochen; ähnliche Nebenwirkungen wie bei der Pille möglich.
Hormonspirale // Intra-Uterin-System (IUS)
Die Hormonspirale besteht aus einem kleinen hormonfreisetzenden Zylinder, der mit einem T-förmigen Kunststoffteil verbunden ist. Dieses System wird vom Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle eingelegt und kann dort bis zu 5 Jahren bleiben. Während dieser Zeit gibt es gleichmäßig geringe Mengen eines Hormons ab, das Beweglichkeit und Vitalität der Samenfäden hemmt und den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stark vermindert, sodass sich eine befruchtete Eizelle dort gar nicht mehr einnisten könnte.
Mögliche Begleiterscheinungen sind Bauch- oder Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Akne oder andere Hautprobleme, Spannungsgefühle in der Brust, Unwohlsein oder Menstruationsbeschwerden. Sehr sicher, aber häufig Auslöser von Unterleibsentzündungen. Regelmäßige ärztliche Kontrolle alle 6 Monate notwendig. Nicht empfehlenswert für Frauen unter 25 Jahren.
Kondom
Das Kondom ist eine hauchdünne Hülle aus Naturlatex oder Silikon, die über das steife Glied gerollt wird. Es fängt den Samenerguss auf, also können keine Samenzellen in die Scheide gelangen. Kondome sind fast überall erhältlich und kosten ca. 50 Cent pro Stück. Öle und Fette machen Kondome porös, der Verhütungsschutz ist dann nicht mehr gewährleistet. Also keine Gleitcremes, Massageöle oder chemischen Verhütungsmittel auf Öl-/Fettbasis verwenden! Bei richtiger Anwendung sehr sicher, als Verhütungsmittel für Jugendliche gut geeignet. Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.
Pille // Kombipille // Minipille
Die in der Pille enthaltenen Hormone bewirken, dass keine Eizellen heranreifen. Wegen zahlreicher möglicher Nebenwirkungen (z. B. Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln) muss sie ärztlich verschrieben werden. Bei jungen Frauen (bis zum 20. Geburtstag) übernimmt die BKK DER PARTNER die Kosten. Die Pille muss vorschriftsmäßig und pünktlich eingenommen werden. Erbrechen oder Durchfall kurz nach der Einnahme der Pille kann zur Folge haben, dass die Wirkstoffe nicht vom Körper aufgenommen werden; die verhütende Wirkung kann dann nicht eintreten. Bestimmte Medikamente, z.B. Antibiotika, können die Wirkung der Pille beeinträchtigen; bekommt man andere Arzneimittel verschrieben, sollte man deshalb auch den Arzt darüber informieren, dass man die Pille nimmt. Bei richtiger Anwendung sehr sicher; wird nicht von allen Mädchen und Frauen vertragen.
Vaginalring (NuvaRing®)
Der Vaginalring besteht aus einem medizinischen Kunststoff und enthält zwei Depots, die kontinuierlich bestimmte Hormone freisetzen. Seine Wirkung ist mit der einer Mikropille vergleichbar: Das eine Hormon (Gestagen) unterdrückt den Eisprung, das andere (Östrogen) verhindert, das sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Frauen können sich den Ring, der einen Durchmesser von 54 mm hat, problemlos selbst in die Scheide einsetzen. Nach drei Wochen Liegezeit muss der Ring wieder entfernt und entsorgt werden. Dann folgt eine Pause von einer Woche, anschließend wird wieder ein neuer Ring eingeführt. Ohne die Pause würde die Monatsblutung nicht einsetzen.
Bei richtiger Anwendung sehr sicher und durch die geringe Hormondosierung in der Regel gut verträglich.
Verhütungspflaster (Evra®)
Das hautfarbene, 45 x 45 mm große Pflaster enthält Hormone, die über die Haut vom Körper aufgenommen werden und den monatlichen Eisprung verhindern. Es wird für jeweils sieben Tage auf Bauch, Schulterblätter, Po oder die Außenseite des Oberarms aufgeklebt und danach durch ein neues Pflaster ersetzt. Nach drei Wochen wird eine Pause von sieben Tagen eingelegt. Während dieser Zeit besteht weiterhin Verhütungsschutz. Wie die Pille ist auch das Verhütungspflaster rezeptflichtig. Das Verhütungspflaster gilt bei richtiger Anwendung als sehr sicher. Allerdings hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA einen Warnhinweis für das in den USA erhältliche Evra-Präparat herausgegeben, da die Hormonbelastung wesentlich höher sei als bei der Einnahme einer vergleichbaren Pille. Ob das auch für das in Deutschland erhältliche Verhütungspflaster gilt, wird zurzeit vom Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte in Bonn geprüft.
Verhütungsstäbchen (Implanon®)
Die kleinen Kunststoffstäbchen sind in Deutschland unter dem Markennamen Implanon® auf dem Markt. Das 4 cm lange und 2 mm dünne Stäbchen wird vom Arzt an der Innenseite des Oberarms unter die Haut geschoben. Dort gibt es 3 Jahre lang Hormone ab, die, ähnlich wie die Pille, das Heranreifen von Eizellen verhindern. Sehr sicher; Einnahme- und Anwendungsfehler ausgeschlossen. Aber häufige Blutungsstörungen und Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Brustschmerzen, vaginale Entzündungen.
Von den folgenden „Verhütungsmethoden“ raten wir dringend ab, denn sie sind ungefähr so sicher wie unangeschnallt mit Tempo 150 auf eine Betonwand drauflosbrettern:
„Kalendermethode“
Super unzuverlässig: Ein Jahr lang werden die Tage der Menstruation in einen Kalender eingetragen und daraus die unfruchtbaren Tage abgeleitet. Aber da sich gerade bei jungen Mädchen Eisprung und Menstruation sehr oft verschieben, geht die Rechnerei eben auch sehr oft schief.
„Koitus interruptus“ Auch „einen Rückzieher machen“ oder „kalt abspritzen“ genannt.
Kurz vor dem Samenerguss den Penis aus der Scheide ziehen – echt ungeeignet, weil auch schon vor dem eigentlichen Samenerguss Samenzellen rauskommen können. Macht außerdem jede sexy Stimmung kaputt, weil man nur ans Aufpassen denkt. „Hoffen, dass alles gut geht“ Wer sich drauf verlässt, dass hoffentlich nichts passiert, ist schlicht und einfach eine Riesen-Dullbacke. Warum nicht auch ne Runde Russisch Roulette? Oder wie wär’s mit Fallschirmspringen ohne Fallschirm – da soll auch schon mal einer weich bei gelandet sein!
Die Pille danach:
Kondom gerissen, Pille vergessen, Diaphragma verrutscht – zum Glück gibt es die „Pille danach“.
Sie verhindert die Schwangerschaft innerhalb von 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr; um so wirkungsvoller, je früher sie eingenommen wird.
Ganz wichtig: Die „Pille danach“ ist eine reine Notfall-Lösung. Die Präparate (eigentlich handelt es sich bei der „Pille danach“ um jeweils zwei Tabletten) enthalten Hormone in sehr hoher Dosierung und dürfen deshalb nicht mehrmals im Monatszyklus eingenommen werden. Für die normale Verhütung ist die „Pille danach“ also auf keinen Fall geeignet. Und natürlich schützt sie auch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.
In Deutschland ist die „Pille danach“ rezeptpflichtig. Das heißt, sie muss von einem Arzt/einer Ärztin verschrieben werden; das braucht aber nicht zwingend ein/e Frauenarzt/ ärztin zu sein. Auch in Beratungsstellen der pro familia, in denen eine Ärztin arbeitet, bekommst du das Rezept. Falls das Missgeschick am Wochenende oder an einem Feiertag passiert ist, wende dich an den ärztlichen Notfalldienst. Das Rezept für die „Pille danach“ kann in jeder Apotheke eingelöst werden. Weitere Informationen – auch zu den Kosten und der Wirkungsweise der „Pille danach“ – findest du hier: www.profamilia.de/article/show/835.html
Die Infos lassen sich auch auf Türkisch, Englisch, Russisch und Französisch anzeigen.
Pro familia ist ein gemeinnütziger, nicht-staatlicher und nichtkonfessioneller Fachverband für Fragen rund ums Thema Sexualität. Mehr als tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten in rund 170 Einrichtungen in ganz Deutschland ärztliche, psychologische und soziale Beratung zu Partnerschaft und Sexualität für Mädchen und Jungen. Über die sehr übersichtlich angelegte Homepage werden zusätzlich Online-Beratung und Diskussionsforen angeboten.
sexundso.de ist ein E-Mail- Beratungsangebot von pro familia speziell für Jugendliche. www.herzensdinge.de Wird in Zusammenarbeit mit staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen betreut vom Bayerischen Familienministerium. Was uns gut gefällt: Einige Themen, darunter auch Verhütung, gibt’s in „special versions“ nur für Mädchen und nur für Jungs
Eine sehr ausführliche Infosite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit einem riesigen Sexlexikon speziell für Jugendliche. Ganz cool sind die „Liebesspiele“, bei denen es sogar was zu gewinnen gibt, außerdem kann man den kostenlosen „Loveletter“ abonnieren.
