Es „enthemmt“ und macht angstfrei, schreibt der Tagesspiegel; es „lässt Jugendliche durchdrehen“, behaupten im Chor Spiegel Online und Bild.de, und der Berliner Kurier weiß es sogar ganz genau: Immer mehr Kinder werden dadurch zu „willenlosen Seelen-Monstern“ und „hirnlosen Kampfmaschinen“. Die Rede ist von Tilidin, einem starken Schmerzmittel, das zur Gruppe der opiatartigen Substanzen, den sogenannten Opioiden, gehört und als Alleinwirkstoff (Monopräparat) unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. In Deutschland darf Tilidin seit Jahren nur als Kombinationspräparat mit Naloxon angewendet werden; das ist eine Substanz, die die opiatartigen Wirkungen von Tilidin sozusagen ausbremst oder blockiert. Damit wird bezweckt, dass Tilidin-Präparate wie zum Beispiel Valoron N, die körperlich abhängig machen können und selbstverständlich alle verschreibungspflichtig sind, als Ersatzstoffe zum Beispiel für Heroinkonsumenten nicht mehr interessant sind: Sich Valoron N zu spritzen, bringt keinen Kick.http://www.gangway.de/gangway.asp?cat1id=1795&cat2id=1852&cat3id=1860&DocID=2222&client=gangway
Hier gehen die Streetworker der Berliner Einrichtung Gangway den am häufigsten in der Szene kursierenden Tilidin-Gerüchten auf den Grund
http://www.land-der-traeume.de/langzeit_lesen.php?id=173
Der reichlich abturnende Bericht eines 28-Jährigen nach 4 Jahren Tilidin-Abhängigkeit
http://www.netdoktor.de/medikamente/100008694.htm
So wirkt Tilidin
Tilidin – Nebenwirkungen und Risiken
• Dauerkonsum macht opiatabhängig; der Entzug ist hart und beschwerlich.
• Tilidin beeinträchtigt das Wahrnehmungs- und Urteilsvermögen.
• Fortgesetzter Gebrauch kann zu Schlafstörungen und Depressionen führen.
• Tilidinkonsum macht fahruntüchtig, vermindert den Appetit und führt nach langem Gebrauch zum Muskelabbau.
• Tilidinkonsum kann Krampfanfälle mit Zittern und Muskelkrämpfen hervorrufen.
Quelle: Gangway e. V.
